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Gesellschaftliche Akzeptanz

Quelle unbekannt

Vor mehr als hundert Jahren war das Korsett ein selbstverständlicher Teil der weiblichen Unterbekleidung. Damals fiel eine Dame auf, wenn sie kein Korsett trug. Ihr wurde dann eine revolutionäre Geisteshaltung unterstellt. Dies war damals gesellschaftlich nicht akzeptiert.

Die Situation stellt sich zur Zeit genau entgegengesetzt dar. Eine Dame, die ein Korsett trägt, fällt heute stark auf. Dies ist heute nicht als gesellschaftliche Normalität akzeptiert. Vielmehr ist häufig die negative Meinung anzutreffen, daß das Tragen eines Korsetts etwas Anrüchiges habe. Diese Ansicht entstand aus folgenden Gründen:

  1. Nach dem allgemeinen Verzicht auf das Tragen von Korsetts zu Beginn des 20. Jahrhunderts schirmten sich die Anhänger der schmalen Taillen von der Außenwelt ab und praktizierten ihre Vorliebe im Verborgenen, um nicht als unpopulär zu gelten.
  2. Mit der Zeit geriet das Korsett immer mehr in Vergessenheit und wurde nur noch in 'problematischen' Bereichen verwendet (Prostitution, Fetischischmus).
  3. Es fand eine Übertragung der negativen Eigenschaften des Umfelds auf das Objekt statt in der Weise, daß mit dem Begriff Korsett heute oft ausschließlich die obigen Bereiche assoziiert werden. Es sind also keine negativen Eigenschaften des Korsetts, die seine Verwendung heute so selten gemacht haben, sondern die negativen Eigenschaften des Umfeldes in dem es heute verwendet wird.
Diese Entwicklung führte zu einem selbsterhaltenden Teufelskreis, der das Korsett immer negativer erscheinen ließ, denn wer will schon ein Korsett tragen, wenn er dadurch in eine Außenseiterposition gerät. Wenn man dies bedenkt, dann ist es einfach zu verstehen, daß das Korsett heute selten ist. Gleichzeitig hat man aber auch das Problem erkannt und einen Ansatzpunkt identifiziert: Es gilt, den Teufelskreis zu durchbrechen! Das Korsett muß weg von seinem heutigen negativen Image, hin zu einer Normalität, wie sie beispielsweise der BH hat. Der BH ist heute ein selbstverständlicher Bestandteil der weiblichen Unterbekleidung. Fast jede Dame trägt einen. Was tut er? Er formt die weibliche Brust. Was tut das Korsett? Es formt den Oberkörper, speziell die Taille. Was ist daran so anders als beim BH? Greift nicht sogar der BH in viel delikatere Bereiche ein als das Korsett? Und doch ist ein BH viel stärker akzeptiert als ein Korsett, obgleich beide, als neutrale Kleidungsstücke betrachtet, ähnliche Funktionen erfüllen.

Das liegt zu einem großen Teil an dem Informationsdefizit, das bezüglich Korsetts besteht. Für andere Unterbekleidung wird fast an jeder Straßenecke geworben, aber haben Sie schon einmal eine Korsett-Werbung gesehen? Diese Informationen sollen ihren Teil dazu beitragen (und haben das hoffentlich bisher schon getan), das Informationsdefizit abzubauen und das Korsett ins rechte (ihm zustehende) Licht zu rücken.

Schließlich ist das Korsett zumindest im Theater und überall wo es um Bühnenbau, Schauspielerei und Verkleidung geht ein gesellschaftlich akzeptiertes Bekleidungstück. Statt verpönt zu werden, versprüht es im Kulturbereich sogar einen gewissen Charme und Nostalgie. Leider reichen diese positiven Assoziationen nicht bis in das Alltagsbewusstsein der Gesellschaft hinein. Das Korsett wird lediglich Randgruppen zugeschrieben.

Das Ziel muß also sein, den negativen Teufelskreis zu durchbrechen und ihn ins Gegenteil zu verkehren nach folgendem Muster: Wenn viele Damen ein Korsett im normalen Leben als einen normalen Teil ihrer Unterbekleidung tragen, dann verliert es sein negatives Image und wird gesellschaftlich akzeptiert. Dadurch werden wiederum mehr Damen animiert, ein Korsett zu tragen. Diese Entwicklung ist dann ebenfalls selbsterhaltend.

Das Wichtigste ist dabei, daß die Korsetts zu ganz normaler Kleidung getragen werden, wie dies auch vor hundert Jahren üblich war. Viele Korsettträgerinnen bevorzugen heute auffällige Leder- oder Latexkleidung. Dies ist wenig geeignet ein Gefühl der Normalität zu vermitteln. Viel besser sind normale Blusen oder Kleider, die mit einem breiten Gürtel auf Form gebracht werden. Als besonders geeignet erweisen sich Abend-, Cocktail- oder Brautkleider, da diese meist ohnehin figurnah gearbeitet sind und sich zum Teil an historischen Schnitten orientieren.


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